48 Portraits von Menschen die es so nie gegeben hat

Natürlich stehen da irgendwo die beeindruckenden 48 Portraits Gerhard Richters im Hintergrund. 1972 fertigte er sie für den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig. Die „48 Portraits von Menschen die es so nie gegeben hat“ spielen mit der wuchtigen Pathetik Richters, sie kontrastieren die Strenge des in die stilbildende Unschärfe gelegten Graus des Malers und entfliehen so den Irrtümern einer in die monochrome Bilderwelt gelegten Bedeutungsschwere. Mit ihrer stilistischen Vielfalt, ihrer bunten Farbigkeit und ihren popkulturellen Zitaten bringen sie eine neue Leichtigkeit in das von Richter inspirierte Thema. Sie setzen kunstgeschichtliche Wirkung in Bezug zur visuellen Rezeptionskultur der Gegenwart. Selbst digital produziert, stellen sie sich in die digitale Bilderflut und schaffen so einen Kontrapunkt zur egalisierten Anonymität pseudoindividualisierter Selbstdarstellungsexzesse.

Of course, somewhere in the background there are Gerhard Richter’s impressive 48 portraits. In 1972 he created them for the German pavilion at the Venice Biennale. The „48 Portraits of People Who Never Existed In This Way“ play with Richter’s massive patheticness, contrasting the strictness of the painter’s gray put into the style-forming blur and thus escaping the fallacies of a weight of meaning put into the monochrome imagery. With their stylistic diversity, their bright colors, and their pop-cultural quotations, they bring a new kind of lightness to the subject inspired by Richter. They relate art historical impact to the visual reception culture of the present. As they were produced digitally themselves, they are placed in the digital flood of images and thus create a counterpoint to the egalized anonymity of pseudo-individualized self-presentation excesses.